Die digitale Transformation verändert unsere Kommunikationsweise und unsere Art mit Werbung umzugehen grundlegend. Doch welchen Einfluss hat das auf das Marketing? Wir haben uns intensiv mit diesem Thema beschäftigt und die vier wichtigsten Trends herausgestellt.

 

Mediatrends

Marken müssen sich die Aufmerksamkeit der Konsumenten verdienen

Unsere Analysen zeigen, dass erfolgreiches Marketing sich nicht von der Begeisterung über die neuen technischen Möglichkeiten treiben lassen darf, sondern aus Nutzer- und Konsumentenperspektive Relevanz und Mehrwert im Fokus behalten muss. Marken müssen sich die Aufmerksamkeit der Konsumenten mehr denn je verdienen. Mit starren Strukturen und ohne tiefgreifendes Datenwissen ist das schwer möglich. Wir müssen agiler werden. Die Herausforderung besteht darin, die Kanäle trotz unterschiedlicher Zuständigkeiten, Abteilungen und Agenturen so zu orchestrieren, dass eine relevante Geschichte entsteht.

An diesem Punkt setzt agiles Marketing an, in dessen Zentrum die schnelle Reaktion auf wechselnde Anforderungen steht. Nur wer versteht, wie Konsumenten denken, fühlen und handeln und wo sie sich entlang ihrer dynamischen Customer Journey informieren und inspirieren lassen, wird mit Werbung und Kommunikation langfristig erfolgreich sein. Marketing muss agiler werden, um näher am Konsumenten zu sein. In diesem Umfeld stehen die vier wichtigsten Marketing-Trends 2017: Moment Marketing, Customer Intelligence, Conversational Commerce und Mixed Reality.

 

Die vier wichtigsten Marketing-Trends 2017

1. Moment Marketing: Der Moment entscheidet

Moment Marketing ist einer der Mediatrends, der die Medienbranche im nächsten Jahr beschäftigen wird. Wenn das Timing nicht stimmt, geht auch die passendste Werbebotschaft in der Informationsflut unter. Nur wenn wir dynamnisch agieren, schaffen wir es, den Nutzer im richtigen Moment mit relevanten, also informativen, inspirierenden oder unterhaltenden Inhalten anzusprechen. Auch wenn dieser Ansatz aktueller denn je ist, so ist das Besetzen tagesaktueller Trendthemen kein grundlegend neues Phänomen. Die größte Herausforderung des Moment Marketings liegt zweifellos darin, aktuelle Trendthemen zu erkennen und auf diese innerhalb kürzester Zeit zu reagieren. Agiles Marketing erfordert die enge Zusammenarbeit aller Agenturen und Entscheider, kurze Entscheidungswege und flexible Budgets.

 

bowie15 / istockphoto.com

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2. Customer Intelligence: „Embrace your customer“

Einen echten Nutzen können Unternehmen aus Daten wie Nutzerverhalten, Interessen, Werbeaussteuerung, demografische Merkmale, CRM-Daten etc. nur ziehen, wenn sie die richtigen Informationen herausfiltern und intelligent kombinieren. Um Abweichungen zwischen Prognosen und tatsächlich eintretendem Verhalten zu minimieren, die richtigen Nutzer anzusprechen und deren zukünftiges Verhalten treffsicher zu antizipieren, sind kontinuierlich neue Entwicklungen gefragt. Die drei wichtigsten sind Programmatic Advertising, Digital Out-of-Home und Addressable TV. Maschinen und neue Technologien optimieren aber lediglich vorhandene Daten. Letztlich sind es Menschen, die diese Daten interpretieren und passende Kommunikations- und Werbemittel gestalten. Hier gilt es, die eigene Kreativität und die Möglichkeiten programmatischer Werbung mutig zusammenzuführen und jede Silodenke zu überwinden.

 

3. Conversational Commerce: Dialog ist das neue Marketing

Digitale Echtzeitkommunikation mit Hilfe künstlicher Intelligenz rückt 2017 in den Mittelpunkt der Kundeninteraktion. Treiber dieser dialogorientierten Kommunikation zwischen Unternehmen und Konsumenten sind vor allem smarte Assistenten und Chatbots. Ein Beispiel für ersteres ist Alexa, Amazons smarter Assistent, der seit einigen Monaten auf dem deutschen Markt erhältlich ist. Auch die Integration von Chatbots in die Werbung ist als ergänzender Kanal innerhalb der Customer Journey zunehmend möglich. Chatbots sind ein klarer Trend im Marketing und wie gehen davon aus, dass sich smarte Assistenten und Chatbots langfristig etablieren werden. Allerdings gilt es abzuwarten, wie sehr Datenschutz- und Privatsphäre-Bedenken der deutschen Konsumenten die Verbreitung in den nächsten Monaten hemmen werden. Darüber hinaus werden Chatbots sicher nicht den persönlichen Service ersetzen können, da die Technologie noch nicht so weit ist und es immer Kunden geben wird, die den menschlichen Ansprechpartner bevorzugen.

 

popartic / istockphoto.com

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4. Mixed Reality: Was wir sehen, ist die Realität. Oder nicht?

2017 wollen Konsumenten das Beste aus allen Welten. Sie erwarten, dass Marken ihnen die Vorzüge der physischen und virtuellen Welt ebenso bieten, wie Benefits der Vergangenheit und Zukunft. In noch nie dagewesener Weise wird Technologie durch Künstliche Intelligenz (KI), Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) die Interaktion mit Kunden in neue, unvorstellbare Dimensionen katapultieren und digitale und physische Darstellungsebenen verschmelzen. 2017 wird (noch) ein Jahr des Ausprobierens. Marken experimentieren, wie sie AR nutzen können, um ihren Kunden eine ähnlich ‘immersive und engaging’ Erfahrung bieten zu können wie Pokémon Go es getan hat. Vor allem die Reisebranche könnte sich die Technik zunutze machen. Wichtig ist hier, den Mehrwert für die Nutzer im Auge zu behalten. Auch hinsichtlich Virtual Reality sind rasante Entwicklungen zu beobachten. Ähnlich wie AR, ist auch VR insbesondere für Marken aus der Reise- und Konsumgüterbranche interessant: Neue Orte können virtuell erkundet werden, Produkte erlebt werden, Kleidung angezogen werden. Doch VR wird nicht nur diese Bereiche prägen. Auch im Gesundheitswesen, in der Produktion, der Bildung und sogar der Justiz wird VR genutzt, um fundierte Entscheidungen zu treffen und die Effizienz zu steigern.

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Nadine Sawinski

Nadine Sawinski

Director Strategy Group

Nadine Sawinski

Nadine Sawinski

Director Strategy Group

Für uns ist klar, dass neben allen Mediatrends der Kunde auch in 2017 König ist und bleibt, nicht nur am Point of Sale. Werbung muss konsequent und agil aus Sicht des Konsumenten gedacht werden. Sonst wird auch die größte Marke in der Informationsflut untergehen, ohne gehört zu werden.