Drei Fragen an: Meike Schnoor, Diretor Insights & Analytics.

Wo informieren sich die Deutschen vor dem Kauf? Online oder im Geschäft? Und wo wird schlussendlich gekauft? Unsere Retail Buying Studie belegt: 42 Prozent der Deutschen recherchieren online und kaufen dann im Netz und sind somit digitaler als gedacht. Welche Besonderheiten der deutsche Markt außerdem aufweist, beantwortet unsere Kollegin Meike Schnoor, Director Insights & Analytics bei Initiative. Ihre Antworten finden Sie hier. Infos zum Thema Beautymarketing hier. 

 

Initiative: In der Studie wurden über 52.000 Personen aus 11 Ländern befragt. Inwieweit unterscheidet sich der deutsche Markt von den anderen Ländermärkten? Und was bedeutet das für den Handel in Deutschland?

Meike Schnoor: Über zwei Drittel der deutschen Konsumenten lassen sich vor dem Kauf im Netz inspirieren oder informieren sich dort über Preise, Produkteigenschaften oder die generelle Auswahl. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern suchen die Deutschen allerdings weniger häufig im Internet. Dafür kaufen sie aber im Vergleich zu den anderen Ländern überproportional häufig im Internet ein. Dies spiegelt sich auch darin wieder, dass nur die Hälfte der Konsumenten bei gleichem Preis im Ladengeschäft einkaufen würde. Noch zieht es viele Konsumenten in die Geschäfte, da sie die Produkte anfassen/anprobieren und sie gleich mitnehmen können. Der Handel in Deutschland muss also noch stärker Anreize und Erlebnisse schaffen, um die Konsumenten in die Ladengeschäfte zu locken.

 

Initiative: Suchmaschinen sind bei der Informationssuche die erste Wahl der Konsumenten. Welche Touchpoints spielen daneben noch eine wichtige Rolle bei der Informationssuche und der Inspiration und zeigen sich Unterschiede bei einzelnen Branchen?

Meike Schnoor: Bei der aktiven Suche nach Informationen spielen in der Tat Suchmaschinen die wichtigste Rolle. Aber auch Schaufenster und das Geschäft an sich können bei der Informationssuche und Inspiration in vielen Branchen punkten. Diese sind insbesondere in den Bereichen Mode, Schuhe, Beauty und Schmuck noch relevanter als Suchmaschinen. Bei den eher passiven Informations- und Inspirationsquellen werden Flyer oder Kataloge noch von vielen Konsumenten, gerade in den Branchen Lebensmittel, Möbel, Heimwerken, Schuhe und Mode, intensiv genutzt. Gerade kurzfristig vor dem Kauf kann aber auch das Fernsehen inspirieren, bspw. in den Bereichen Elektronik, Spielzeug &Freizeit und Reise.

 

Initiative: Wir verstehen uns als Zielgruppen-Agentur, die über die Bedürfnisse der Konsumenten genau Bescheid weiß. Zu welcher Generation/Zielgruppe zählst du und wie würdest du dein Mediennutzungsverhalten beschreiben? Hast du besondere Ansprüche an Werbung? Was ist dein Lieblings-Device?

Meike Schnoor: Ich zähle eindeutig zur Generation X und bin klassisch mit lokaler Tageszeitung, Zeitschriften und der Tagesschau groß geworden. Heute lese ich nur noch am Sonntag die Tageszeitung und auch die TV-Nutzung folgt immer seltener den festen Sendezeiten. Nachdem ich in den letzten Jahren immer weniger TV gesehen habe, nimmt die Fernsehzeit wieder etwas zu, was eindeutig am Suchtfaktor von Amazon-Prime oder Netflix-Serien liegt. Mein Lieblings-Device ist aber eindeutig mein iPad, das auch nicht aus der Hand gelegt wird, wenn parallel der Fernseher läuft. Werbung muss für mich relevant sein oder mich überraschen. Nichts ist langweiliger, als ein und dieselbe Werbung fünfmal kurz hintereinander zu sehen oder zu hören.

 

Meike Schnoor

Director Insights & Analytics

Meike Schnoor

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Martin Richter

Director TV

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