Im Fokus: Aktuelle Studie zeigt, bevorzugter Kaufort bei gleichem Preis ist mit 52 Prozent das Ladengeschäft.

Gemütlicher Stadtbummel oder doch lieber online bestellen? Der typische Kunde, dem sich der Handel heutzutage gegenübersieht, ist digital vernetzt, kennt seine Bedürfnisse und Wünsche, ist gut informiert und verlangt nach einem einzigartigen Einkaufserlebnis entlang seiner individuellen Customer Journey. Aus Sicht der deutschen Konsumenten führen Online und Offline bei der Recherche und beim Kauf von Produkten eine symbiotische Koexistenz. Internet und stationärer Handel ergänzen sich viel mehr, als man gemeinhin denkt.

66 Prozent der Deutschen bspw. mögen den Besuch von Geschäften, 71 Prozent finden es wichtig, lokale Händler zu unterstützen. 60 Prozent kaufen gerne online ein, weil sie dadurch stressige Menschenmassen vermeiden können. Dies spiegelt sich auch in den vier Shoppertypen wieder, die wir im Rahmen der Studie identifiziert haben:

  • Store Shopper (26 Prozent) lassen sich im Geschäft inspirieren und kaufen auch dort.
  • Web Shopper (42 Prozent) finden ihre Inspirationen online und kaufen auch dort.
  • Web Roomer (29 Prozent) suchen Inspirationen online, kaufen aber im stationären Handel.
  • Store Roomer, die sich im Geschäft inspirieren lassen, dann aber online kaufen, machen lediglich drei Prozent der Befragten aus.

Store Shopper finden sich erwartungsgemäß überproportional bei den Konsumenten, die älter als 55 Jahre sind. Web Roomer dagegen sind häufiger bei den 18- bis 34-Jährigen anzutreffen. Web Shopper wiederum sind überproportional bei den 34- bis 44-Jährigen zu finden.


Deutsche Konsumenten sind digitaler als ihr Ruf.

Die Studie zeigt auch, deutsche Konsumenten lassen sich überwiegend online inspirieren und shoppen selbstverständlich im Netz. 42 Prozent der Deutschen recherchieren online und kaufen dann im Netz. Damit sind wir Deutschen digitaler als unser Ruf und liegen vor England mit 35 Prozent, Italien und Frankreich mit je 31 Prozent oder Spanien mit 28 Prozent. „Händler müssten also alles daransetzen, beide Welten klug miteinander zu verbinden“, sagt Ellen Schmitt, Managing Partner Initiative. Davon profitieren Konsumenten und Händler gleichermaßen.

Wer über die Zukunft des Einkaufens nachdenkt, hat viele Fragen. Viele dieser Fragen werden in der Retail Buying Studie beantwortet. 52.800 Online-Interviews wurden dafür in elf Ländern geführt. In Deutschland nahmen knapp 5.000 Menschen zwischen 18 und 64 Jahren online teil und gaben Auskunft zu ihrem Einkaufsverhalten in zwölf verschiedenen Branchen, unter anderem Bekleidung, Lebensmittel, Beauty oder Reisen. Spannend ist die Studie auch im europäischen Vergleich: So kaufen die Deutschen beispielsweise seltener Lebensmittel, Beauty, Elektrogeräte, Bekleidung und Spielzeug online.

 

Medien spielen bei der Kaufentscheidung eine enorme Rolle.

Konsumenten steht heute eine Vielzahl unterschiedlicher Informationsquellen und Kommunikationsplattformen zur Recherche und Inspiration offen. Neben den klassischen Medien können sie sich auch über Fanpages in den sozialen Netzwerken informieren oder direkt mit den Unternehmen kommunizieren. Auch der Austausch mit anderen Konsumenten bspw. über Bewertungsportale oder eigene, markenbezogene Konversationen sind heute selbstverständlicher Teil der Costumer Journey.

Medien werden zur Informationssuche im Kaufentscheidungsprozess eine Woche vor dem Kauf am meisten genutzt. Offline-Medien werden in der gesamten Customer Journey noch immer häufiger genutzt als Online-Medien (eine Woche vor dem Kauf 27% offline, 18% online). Paid Media spielt im Kaufentscheidungsprozess eine große Rolle. TV inspiriert vier bis sechs Monate vor dem Kauf, TV-Werbung setzt vor allem direkt vor dem Kauf konkrete Kaufimpulse. Auch Radio gehört in einzelnen Phasen der Kaufentscheidung zu den wichtigsten Medien. Soziale Medien sind vor allem in den Branchen Heimwerken, Schmuck und Möbel in der Kaufentscheidung wichtige Touchpoints. Suchmaschinen (34 Prozent), Produktbewertungen (17 Prozent) und Unternehmenswebseiten (16 Prozent) sind die am meisten genutzten Medien in der Kaufentscheidung. Danach folgen die Informationen direkt im Geschäft mit 11 Prozent.

 

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