Werbungtreibende und Agenturen auch.

Influencer Marketing hat sich fest in den Marketing- und Kommunikationsstrategien der Werbungtreibenden etabliert. Dabei gibt es kaum Branchen, die sich intensiver mit dieser Form des Marketings befassen, als die Fashion- und Beauty-Branche. Noch ist der Markt hierzulande, im Vergleich zum milliardenschweren Gesamtwerbemarkt, relativ klein. Die Verantwortung, die Influencer tragen, allerdings ist groß, sagt Victoria Chyba, Director Social Media Reprise, einer Schwester-Agentur von Initiative.

Der 2017 gegründete Bundesverband Influencer Marketing (BVIM) schätzt das Bruttowerbebudget auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Die Zuwachsraten allerdings steigen rasant. 20 bis 30 Prozent waren es laut BVIM zuletzt. Und mit den Zuwachsraten wächst die Verantwortung, von Influencern und Werbungtreibenden gleichermaßen.

Das Thema Verantwortung berührt dabei unterschiedliche Bereiche. Hier geht es bspw. um den Einfluss, den Influencer auf ihre, häufig jüngeren Zielgruppen haben. YouTuber, Instagrammer, Blogger oder Vlogger vermitteln ihren Followern nicht nur positive Gefühle wie Inspiration und Motivation und steigern damit bspw. das Selbstwertgefühl. Genauso können Influencer Neid, Gruppenzwang, Selbstzweifel oder die Sorge, etwas zu verpassen, auslösen. Die wenigsten von ihnen sind Medienprofis und nicht immer schätzen sie richtig ein, was sie bei welchem Teil ihrer Community auslösen. Wahrscheinlich agieren sie in ganz vielen Fällen unbewusst richtig, manchmal geht es aber auch daneben. Hier gilt es, sich der eigenen Position und Wirkung bewusst zu werden, ein Schritt, den jeder Influencer machen muss, egal ob Macro- oder Micro-Influencer.

Darüber hinaus hängt die Wirkung des Influencer Marketings stark von der Transparenz und somit von der Frage ab, ob Werbebeiträge auch deutlich als solche gekennzeichnet werden. Hier besteht akuter Handlungsbedarf, denn die Kreativität, wie Influencer werbliche Kooperationen kennzeichnen, nimmt weiter zu. Aus unserer Sicht müssen Produktproben oder bezahlte Beiträge aber unbedingt klar und eindeutig gekennzeichnet sein, um das Vertrauen der Community und die eigene Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren. Nur glaubwürdige Influencer sind auch erfolgreich.

Allerdings sollten sich auch Unternehmen und Agenturen für eine korrekte Kennzeichnung einsetzen. Es reicht längst nicht mehr aus, einen möglichst bekannten Influencer zu bezahlen, damit er Produkte bewirbt. Mit der zunehmenden Verbreitung von Influencer Marketing wird auch die Nutzerschaft anspruchsvoller und hinterfragt, ob Kooperationen tatsächlich relevant und authentisch sind. Und Authentizität trägt unmittelbar zur Glaubwürdigkeit und damit ebenfalls zum Erfolg des jeweiligen Influencers bei.

 

https://youtu.be/z6WQzPwLbB4

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